Brontosaurus

Brontosaurus
Bild: Beachtown Views / Shutterstock.com

Beim Brontosaurus handelt es sich um einen der bekanntesten Dinosaurier.

Er zählte zu den pflanzenfressenden Sauropoden.

Der Brontosaurus

Übersetzt bedeutet die Bezeichnung Brontosaurus „Donnerechse“. Gemeint ist damit eine sauropode Dinosaurierart, die vor ungefähr 157,3 bis 145 Millionen Jahren im Oberjura lebte und Teile Nordamerikas bevölkerte.

Kaum eine Dinosaurierart erlangte so große Bekanntheit wie der Brontosaurus. Wenn Laien Dinosaurierarten aufzählten, war fast immer der Brontosaurus dabei. Doch hatte ihn die Wissenschaft 1903 von der Liste der Saurier gestrichen und durch den Apatosaurus ersetzt.

Nach eingehenden neuen Forschungsresultaten über die Familie Diplodocidae erfolgte jedoch im Jahr 2015 eine Korrektur, sodass der Brontosaurier seither wieder als gültiges Taxon gilt.

Systematik und Arten

Der Brontosaurus gehört der Familie der Diplodocidae an. Er besaß vier Beine und ernährte sich von Pflanzen. Der Saurier lebte im Oberjura, genauer gesagt vom Kimmeridgium (vor 157,3 Millionen Jahren) bis zum Tithonium (vor etwa 145 Millionen Jahren).

Nach der Neubestimmung der Dinosauriergattung durch die Wissenschaftler Emanuel Tschopp, Roger B. J. Benson und Octavio Mateus stehen drei anerkannte Arten des Brontosaurus fest.

Dies sind:

  • der Brontosaurus excelsus,
  • der Brontosaurus parvus, der zunächst die Bezeichnung Elosaurus parvus trug,
  • der Brontosaurus yahnapin, der zuerst Eobrontosaurus yahnapin hieß.

Merkmale des Brontosaurus

Der Brontosaurus zählte zu den längsten Dinosaurierarten und brachte es auf eine Länge von 22 bis 26 Metern. Sein Gewicht betrug maximal 30 Tonnen, was ungefähr dem Gewicht von 30 Autos entspricht.

Typische Merkmale des vierbeinigen Sauriers waren sein langer Hals sowie sein langer Schwanz. Wie bei den meisten Sauropoden bestand seine Ernährung aus Pflanzen. Bis heute ließ sich noch kein Schädel des Brontosauriers entdecken.

Lebte der Brontosaurus im Wasser oder an Land?

Zahlreiche Wissenschaftler vertraten bis in die 70er-Jahre die Auffassung, dass die Brontosaurier und andere Sauropoden ein zu hohes Gewicht besaßen, um sich an Land bewegen zu können. Daher glaubten sie, dass ihr Lebensraum zum Teil im Wasser oder in Sümpfen lag.

Weitere Forschungen untermauerten diese These allerdings nicht. Stattdessen ergaben sie, dass es sich bei dem Brontosaurus klar um ein Landtier handelte.

Luftschläuche

Einer weiteren These zufolge waren die Brontosaurier und andere Sauropoden mit Luftschläuchen ausgestattet, die sich in den Hohlräumen ihrer Knochen befanden. So soll im gesamten Körper der Dinos ein Luftschlauchsystem untergebracht worden sein, das in den Knochen endete. Auf diese Weise könnte die Atmung der Tiere besser verlaufen sein.

Das Brustvolumen des Brontosaurus soll bei ca. 1700 Litern gelegen haben. Einem Vier-Kammer-Herz wird eine Kapazität von 500 Litern zugeschrieben, während es die Lunge auf eine Kapazität von 900 Litern brachte. Daraus resultieren etwa 300 Liter für das erforderliche Gewebe.

Der Schwanz

Viele frühe Darstellungen zeigen den Schwanz des Brontosaurus, wie er auf dem Boden schleift. Neuere Rekonstruktionen des Schwanzes ergaben jedoch, dass der Saurier ihn hin und her bewegen konnte, während er ihn hochhielt. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass er den Schwanz auch zu seiner Verteidigung nutzte.

Fressverhalten

In früheren Jahren bestand zunächst die Auffassung, dass der Brontosaurus nur wenig Nahrung zu sich nahm. Außerdem galt er als träge und langsam.

Spätere Untersuchungen gelangten jedoch zu anderen Erkenntnissen. So besaß der Pflanzenfresser zwar nur einen kleinen Schädel, doch war er trotzdem imstande, reichlich Nahrung zu vertilgen, weil er sie nicht kaute.

Ähnlich wie die heutigen Vögel und Krokodile wurde die Nahrung von den Brontosauriern im unteren Magenabschnitt, der als Muskelmagen bezeichnet wird, zermahlen.

Weil auch Steine bei den Ausgrabungen der Brontosaurier gefunden wurden, nahmen die Forscher an, dass die Tiere die Steine schluckten, um auf diese Weise die Nahrung besser zerkleinern zu können.

Außerdem sollen die Brontosaurier durchaus aktiv gewesen sein. So stellten sie sich zum Bespiel auf ihre Hinterbeine, damit sie hochgelegene Pflanzen fressen konnten.

Der Brontosaurus und der Mensch

Die Entdeckungsgeschichte des Brontosaurus wurde geprägt von allerlei Verwirrung. Die erste Entdeckung der Dinosaurierart fand 1877 durch den bekannten Paläontologen Othniel Charles Marsh (1831-1899) bei Como Bluff im US-Bundesstaat Wyoming statt. Zwei Jahre später fanden sich an gleicher Stelle weitere Fossilien der langhalsigen Saurier.

Der erste Fund erhielt von Marsh die Bezeichnung Apatosaurus ajax, was „trügerische Echse“ bedeutete. Das zweite Skelett wies nach Meinung des Paläontologen jedoch auffällige Unterschiede in seiner Form und Struktur auf. Daher glaubte Marsh, dass es sich um eine andere Dinosaurierart handeln müsse und gab ihr den Namen Brontosaurus excelsus (Donnerechse).

Weitere Entdeckungen

1903, nachdem Marsh verstorben war, fand sich ein weiteres Skelett, das sowohl Ähnlichkeit mit dem Brontosaurus excelsus als auch mit dem Apatosaurus ajax aufwies. Die Wissenschaft schloss daraus, dass alle drei Funde der gleichen Gattung angehörten.

Der Apatosaurus war jedoch schon zwei Jahre vor dem Brontosaurus beschrieben worden. Gemäß den internationalen Regeln der Zoologischen Nomenklatur erhielt die Bezeichnung ‚Apatosaurus‘ den Vorzug, während die Bezeichnung ‚Brontosaurus‘ wieder gestrichen wurde. Aus wissenschaftlicher Sicht war die Donnerechse damit gewissermaßen zum zweiten Male ausgestorben.

Im Unterschied zur Wissenschaft war in der Öffentlichkeit jedoch weiterhin die Bezeichnung ‚Brontosaurus‘ gebräuchlich. Wann immer die Rede davon war, welche Dinosaurier es gab, wurde neben dem Tyrannosaurus und dem Triceratops auch stets der riesige Brontosaurus genannt.

Auch in Film und Fernsehen, in Videospielen sowie als Spielzeug tauchte der Koloss immer wieder auf. So hat die Öffentlichkeit die Streichung dieser Dinosaurierart nie richtig wahrgenommen.

Comeback des Brontosaurus

Im April 2015, also rund 112 Jahre nachdem der Brontosaurus aus den Annalen der Wissenschaft verschwunden war, feierte der Sauropode jedoch wieder sein Comeback. So ergaben neue Studien, dass die Donnerechse doch tatsächlich gelebt hatte. Sogar drei eigene Arten wurden bestimmt.

Ein Forschungsteam um Emanuel Tschopp wies größere Unterschiede an bestimmten Knochen der Brontosaurier nach. Diese waren derart umfangreich und deutlich, dass die Dinos als eigene Art definiert werden konnten. Darüber hinaus erwies sich der Apatosaurus als größer und schwerer als der Brontosaurus.

Der Brontosaurus im Film

Auch in verschiedenen Kino- und TV-Streifen tauchte der Brontosaurus auf, obwohl er zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf der Liste der Dinosaurier stand. Dazu gehörte zum Beispiel der amerikanische Spielfilm „Baby – Das Geheimnis einer verlorenen Legende“. Dabei stoßen Wissenschaftler auf eine nicht ausgestorbene Brontosaurierfamilie, die es vor menschlicher Habgier zu retten gilt.

Schon Jahrzehnte zuvor tummelten sich die Brontosaurier in dem berühmten Filmklassiker „King Kong und die weiße Frau“ von 1933 auf der mysteriösen Insel Skull Island, auf der der Riesenaffe King Kong lebte. Dabei wurden die Expeditionsteilnehmer von der Donnerechse sogar angegriffen und gejagt.

In Peter Jacksons King-Kong-Remake aus dem Jahr 2005 ist ebenfalls eine Brontosaurier-Herde dabei.