Zeittafel Dinosaurier

Vor vielen Millionen Jahren bevölkerten die Dinosaurier die Erde. Die Zeittafel liefert einen ungefähren Überblick über die verschiedenen Abschnitte der Erdgeschichte, das Zeitalter der Saurier sowie deren Auswirkungen auf die Menschheit.

Die Urzeit der Erde

Der Planet Erde entstand vor ca. vier Milliarden Jahren. Die Wissenschaft bezeichnet diese erste Epoche der Welt als Erdurzeit (Hadaikum). Das Klima des Planeten war sehr heiß und eine Hülle aus Sauerstoff gab es noch nicht. Zu ersten biologischen Entwicklungen kam es im Wasser.

Die Erdfrühzeit

Während der Erdfrühzeit (Präkambrium) konnte sich allmählich die Sauerstoffhülle des Planeten entwickeln. In den Gewässern tummelten sich die ersten Algen und Bakterien. Vor ungefähr einer Milliarde Jahren entstanden die ersten Tiere, über die sich allerdings nur wenig in Erfahrung bringen ließ.

Ab dem Erdaltertum (Paläozoikum) tauchten dann immer mehr Lebewesen auf, die sich in Form von Fossilien nachweisen ließen. Bis ins Zeitalter Devon fand das Leben auf der Erde nur im Wasser statt. Doch schließlich begannen Algen und Flechten das Land für sich zu entdecken. Die Pflanzen brachten Wurzeln hervor, die sie in die Lage versetzten, lebenswichtige Nährstoffe zu gewinnen.

Im Laufe der Zeit passten sich die Tiere mehr und mehr an und erlangten Fähigkeiten wie das Atmen, die Fortpflanzung sowie die Aufnahme von Nahrung. Schließlich entwickelten sich die Amphibien. Im Karbon gelang es den Reptilien, vom Wasser unabhängig zu werden, sodass sie nun komplett auf dem Festland leben konnten.

Die erste Blütezeit der Reptilien wurde im Karbon erreicht. Zur gleichen Zeit entstanden auch die ersten Säugetiere.

Die Dinosaurier treten auf den Plan

Ab dem Erdmittelalter (Mesozoikum) vor ungefähr 245 Millionen Jahren begannen die Dinosaurier die Erde zu beherrschen. Zu dieser Zeit gab es nur einen einzigen Kontinent namens Pangaea auf der Erde. Das Klima präsentierte sich gleichmäßig warm.

Über ganz Pangaea breiteten sich die Dinosaurier aus. Während des Erdmittelalters kam es jedoch schließlich zum Auseinanderdriften des Urkontinents. Daraus entwickelten sich später die heute bekannten Kontinente wie Nord- und Südamerika, Asien, Europa, Afrika, Australien und die Antarktis.

Diese gewaltigen kontinentalen Verschiebungen führten zur Trennung der unterschiedlichen Saurier- und Tierarten. Während des Jura-Zeitalters gab es eine umfangreiche Vielfalt an Dinosaurierarten, zu denen u. a. riesige Exemplare wie der Diplodocus zählten. Dabei profitierten die Urzeitechsen auch von den Klimaveränderungen, die für mehr Feuchtigkeit und eine tropische Vegetation sorgten, die den Dinosauriern ihre Nahrung lieferten.

Zum Ende der Kreidezeit vor ungefähr 66 bis 65 Millionen Jahren kam es zum Aussterben der Dinosaurier. Erst viel später entstand der Mensch, der ab dem 19. Jahrhundert begann, nach den Spuren der ausgestorbenen Urzeitechsen zu forschen.

Zeittafel

Erdfrühzeit (Hadaikum)

Vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren: Aus kosmischem Gas entsteht der Planet der Erde. Es kommt zur Bildung einer Erdkruste sowie zum Entstehen von Wasserflächen und Land. Da es noch keinen Sauerstoff gibt, existiert auch kein Leben.

Archaikum

Vor etwa 4 Milliarden Jahren: In der Atmosphäre der Erde reichert sich Sauerstoff an. Es bilden sich die ersten einzelligen Organismen. Außerdem entstehen der Urozean sowie die ersten Gebirge.

Proterozoikum

Vor 2,5 Milliarden Jahren: Es entstehen mehrzellige Organismen wie Algen sowie Bakterien, die einen Zellkern besitzen. Auf der Erde herrscht intensiver Vulkanismus. An den Polen kommt es zu ersten Vereisungen.

Kambrium

Vor 545 Millionen Jahren: Im Meer verbreiten sich wirbellose Tiere wie Brachiopoden, Trilobiten, Schwämme, Krebse und Meeresalgen. Die Erde wird von starken Klimaschwankungen beeinflusst.

Ordovizium

495 Millionen Jahre: Es bilden sich die ersten Wirbeltiere, Fische und Kieferlose. Die Kopffüßer verbreiten sich ebenso wie die Korallen und Meeresalgen. Es herrscht in der Regel ein feuchtwarmes Klima.

Silur

443 Millionen Jahre: Entstehung der ersten Panzerfische. Weiterhin bilden sich erste Gefäßpflanzen. Das Festland wird von Gliederfüßern und Pflanzen besiedelt. Es kommt zur Vereinigung der Erdlandmassen zu zwei riesigen Kontinenten.

Devon

417 Millionen Jahre: Die Fische entwickeln sich in großem Stil. Die ersten Amphibien leben zwischen Wasser und Land. Außerdem zeigen sich die ersten Insekten und das Festland wird zunehmend von den Landpflanzen erobert.

Karbon

345 Millionen Jahre: Die ersten Insekten können fliegen und es zeigen sich erste Reptilien. Bei den Gefäßpflanzen kommt es zu Riesenwachstum. Die Gebirge falten sich auf.

Perm

300 Millionen Jahre: Die ersten Reptilien, die Säugetieren ähneln, treten auf den Plan. Das Klima zeigt sich trocken bis feucht-warm. Auf der Südhalbkugel der Erde entstehen große Vereisungen. Es bildet sich der Superkontinent Pangaea. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind gegen Ende der Permzeit vom Aussterben betroffen.

Erdmittelalter

225 bis 195 Millionen Jahre: Im Trias-Zeitalter treten die ersten Dinosaurier auf. Die Reptilien erleben ihre Blütezeit. Zu den dominierenden Pflanzen gehören Nadelbäume und Palmfarne. Das Klima zeigt sich warm und trocken.

Jura

195 bis 135 Millionen Jahre: Das Land der Erde wird nun von den Dinosauriern beherrscht. Auch in Land und Luft tummeln sich die Saurier. Aus den Reptilien geht der Urvogel (Archaeopteryx) hervor.

Kreide

135 bis 66 Millionen Jahre: Bei den Dinosauriern kommt es zu Riesenwachstum. Gegen Ende der Kreidezeit sterben die Urweltgiganten aus. Es kommt zur Bildung des Atlantischen Ozeans, während der Superkontinent Pangaea zerfällt. Das Klima präsentiert sich feucht sowie warm und kühl.

Tertiär

65 Millionen Jahre: Im Paläozän breiten sich die Säugetiere auf der Erde aus. Gleiches gilt für Vögel sowie Insekten, die Pollen übertragen. Im Enozän (vor 57 Millionen Jahren) erreichen die Säuger eine größere Vielfalt.

Während des Oligozäns vor 34 Millionen Jahren bilden sich die meisten Säugertierordnungen sowie die Menschenaffen.

Pliozän

Vor 5 Millionen Jahren entsteht der Vormensch.

Pleistozän

2,5 Millionen Jahre bis 11.700 v. Chr.: Es herrscht das Eiszeitalter. Der moderne Mensch (Homo sapiens) entsteht und bevölkert die Erde.

Holozän

11.700 v. Chr.: Mit dem Nacheiszeitalter beginnt das Neuzeitalter der Erdgeschichte, das bis heute gegenwärtig ist.

Auswirkungen der Dinosaurierzeit auf den modernen Menschen

4. Jahrhundert: In dem chinesischen Buch „Huayangguo“ wird über einen Fund von „Drachenknochen“ in der Sichuan-Provinz berichtet. Es gilt als wahrscheinlich, dass es sich dabei um die Überreste von Dinosauriern handelte, die zu allerlei Legenden über Drachen beitrugen.

1677: Es kommt zu den ersten wissenschaftlichen Entdeckungen der Dinosaurier durch den modernen Menschen. In einem Steinbruch im englischen Cornwell wird ein ungewöhnlich großer Oberschenkelknochen entdeckt, den der englische Naturforscher Robert Plot einem vorsintflutlichen Riesen zuschreibt. Es handelt sich jedoch um den Knochen eines Megalosaurus.

1820: Die Frau des britischen Arztes Gideon Mantell, der zu den Pionieren unter den Saurierforschern zählt, findet den ersten fossilen Dinosaurierzahn. Einige Jahre später erhält er die Bezeichnung „Iguanodon“.

1822: Zum ersten Mal wird mit dem Megalosaurus bucklandi, ein Dinosaurier in einem wissenschaftlichen Artikel erwähnt. Dabei gehen die Forscher zunächst davon aus, dass es sich bei den Urzeitechsen ausschließlich um vierbeinige Wesen handelte, die Waranen ähnelten.

1825: Gideon Mantell bringt eine Beschreibung des Iguanodons (Leguan-Zahns) heraus.

1834: Zum ersten Mal werden in Deutschland in der Nähe von Nürnberg offiziell Knochen von Dinosauriern entdeckt. Der Fund erhält 1837 die Bezeichnung Plateosaurus engelhardti. Bei Stuttgart findet sich 1847 das beinahe vollständige Skelett eines Plateosaurus, dem jedoch der Kopf fehlt. Weitere Saurierüberreste auf deutschem Boden werden 1855 in Niedersachsen und 1859 in den niederbayerischen Solnhofener Plattenkalken gemacht.

1841: Der britische Anatom und Paläontologe Richard Owen beschreibt verschiedene Saurierarten und prägt den Begriff „Dinosauria“. 1842 fasst er die Gattungen Iguanodon und Megalosaurus mit dem Hylaeosaurus zusammen.

1853: Im Londoner Crystal Palace Park wird zum ersten Mal eine Urlandschaft angelegt, in der die Besucher unterschiedliche lebensgroße Dinosauriermodelle besichtigen können.

1858: Im US-Bundesstaat New Jersey kommt es zur Entdeckung des ersten beinahe kompletten Skeletts eines Dinosauriers. Das Skelett erhält die Bezeichnung Hadrosaurus foulkii. In den Vereinigten Staaten von Amerika entsteht durch den Saurierfund eine regelrechte Dinomanie. Außerdem erkennen die Wissenschaftler die Existenz von zweibeinigen Sauriern an.

1869: Zwischen den beiden Paläontologen Edward Drinker Cope und Othniel Charles Marsh kommt es zu einer jahrelangen Fehde, die als „Knochenkrieg“ in die Geschichte eingeht. Aufgrund dieser wissenschaftlichen und persönlichen Feindschaft kommt es in den darauf folgenden Jahrzehnten zur Entdeckung von mehr als 142 neuen Dinosaurierarten. Dazu zählen u. a. der Diplodocus, der Triceratops und der Stegosaurus.

1887: Der britische Anatom Harry Govier Seely führt eine Unterteilung der Dinosaurier in Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier) und Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier) ein.

12. April 1897: Edward Drinker Cope stirbt in Pennsylvania an Nierenversagen. Der Knochenkrieg ist damit beendet. Am 18. März 1899 verstirbt auch Othniel Charles Marsh.

1902: Der sogenannte „Dinosaurierjäger“ Barnum Brown findet im US-Bundesstaat Montana die Überreste einer bislang unbekannten Saurierart. 1905 erhält diese Spezies den Namen „Tryannosaurus rex“.

1909: Das Museum für Naturkunde in Berlin lässt in der Kolonie Deutsch-Ostafrika eine groß angelegte Expedition durchführen. Dabei werden in Tendagaru Skelette des Kentrosaurus und des Brachiosaurus entdeckt.

1911 bis 1914: In der Oase Bahariyya entdeckt eine deutsch-ägyptische Forschungsexpedition Überreste des Spinosaurus, Carcharodontosaurus sowie des Bahariasaurus.

1912: Der britische Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle schreibt seinen berühmten Dinosaurier-Abenteuerroman „Die vergessene Welt“, der zum Klassiker avanciert und ab 1925 mehrmals verfilmt wird.

1914: Mit „Gertie the Dinosaur“ wird der erste Dinosaurier-Animationsfilm aufgeführt. Darin absolviert Dinosaurierweibchen Gertie im Rahmen von handgezeichneten Sequenzen verschiedene Kunststücke.

1932/33: Im thüringischen Hildburghausen werden Teilskelette von größeren Theropoden gefunden.

1969/70: Der bekannte amerikanische Paläontologe John Ostrom vertritt die These, dass es sich bei den Dinosauriern um Warmblütler handelt. Außerdem weist er auf die Ähnlichkeiten des Archaeopteryx mit den Vögeln hin. Dadurch entsteht eine Diskussion, die die Dinosaurierpaläontologie wieder in Gang bringt und für deren Renaissance sorgt.

Auch die These von Edward Drinker Cope und Othniel Marsh, dass die Dinos träge und dumm waren, gilt als überholt. Stattdessen werden sie fortan als agil und lebhaft eingeschätzt.

1978: Der bekannte amerikanische Paläontologe Jack Horner, der später bei „Jurassic Park“ als Berater fungiert, entdeckt einen versteinerten Nistplatz der unbekannten Dinosaurier-Spezies Maiasaura. Dazu gehören auch fossile Eier sowie der erste Dino-Embyro, der auf der Welt entdeckt wurde.

1980: Die Saurierfährten Münchehagen werden entdeckt. Dabei handelt es sich um ca. 250 Dinosaurierfußabdrücke im Wealdensandstein, die aus einer Zeit vor ungefähr 140 Millionen Jahren stammen.

1990: Im US-Bundesstaat South Dakota wird das bislang am besten erhaltene Skelett des Tyrannosauriers „Sue“ von der Paläontologin Sue Hendrickson gefunden. Es wird auf ein Alter von rund 67 Millionen Jahren geschätzt.

Der amerikanische Schriftsteller Michael Crichton veröffentlicht den Roman „DinoPark“ (Jurassic Park), der von geklonten Dinosauriern handelt.

11. Juni 1993: Steven Spielberg verfilmt „Jurassic Park“ und bringt ihn mit großem Erfolg ins Kino. Dabei setzt der Regisseur neue Maßstäbe bei den Special Effects sowie bei der Computertechnologie und sorgt damit für eine bislang unbekannte natürliche Darstellung der Dinosaurier. Gleichzeitig wird ein neuer Dinosaurier-Hype ausgelöst. In den kommenden Jahren folgen diverse Fortsetzungen wie zum Beispiel „Jurassic World“.

1999: Die britische BBC bringt mit „Dinosaurier – Im Reich der Giganten“ eine sechsteilige aufwendige Doku-Fernsehserie über die Dinosaurier des Erdmittelalters heraus.

2000: In China werden einmalige Funde von Überresten von gefiederten Dinosauriern gemacht. So besaß der Microraptor an seinen Gliedmaßen Konturfedern.

2007: Auf dem Bückeberg in Niedersachen werden die Dinosaurierfährten von Obernkirchen entdeckt. Sie umfassen rund 2700 Fußabdrücke von unterschiedlichen Saurierarten. Sie gelten wegen ihrer Vielzahl und Artenvielfalt als einmalig in Europa.

2009: In seinem Buch „Evolution rückwärts“ beschreibt Jack Horner die Möglichkeit der Ausbildung von Dinosauriermerkmalen, indem Vögel genetisch manipuliert werden. Zusammen mit einigen Genetikern hält Horner eine Wiedererschaffung der Dinosaurier für denkbar.

2013: Die Debatte, ob es sich bei den Tyrannosauriern um reine Jäger oder Aasfresser handelte, erhält neue Nahrung durch Ausgrabungen eines abgebrochenen Tryannosauruszahns. Die entsprechende Studie liefert Hinweise darauf, dass der T-rex als reiner Jäger agierte.